Beim Gespräch mit anderen Unternehmern stellt sich oftmals heraus, dass das Thema Energie, vor allem unter dem Gesichtspunkt der damit verbundenen Einsparungsmöglichkeiten, im Mittelpunkt steht. Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz werden heutzutage als obligatorisches Handlungsfeld betrachtet und daher von vielen Unternehmen forciert. Dabei machen die Energiekosten im verarbeitenden Gewerbe lediglich einen Anteil von durchschnittlich 2 % im Vergleich zu den Gesamtkosten aus. Die Materialkosten dagegen belaufen sich im Durchschnitt auf 46 % und bergen somit weitaus größere Einsparpotentiale für Unternehmen.

Eine Vielzahl an Unternehmen ist seit einigen Jahren im Bereich der Energieeffizienz aktiv. Meist wird sogar ein Energiemanagementsystem gemäß DIN EN ISO 50001 implementiert und so die Energieeffizienz im Unternehmen kontinuierlich und strukturiert vorangetrieben. Allerdings stehen Unternehmen nun zunehmend vor der Herausforderung, die Steigerung ihrer Energieeffizienz in gleichem Maße wie bisher fortzuführen. Dies hat den Hintergrund, dass viele offensichtliche Maßnahmen (sog. low hangig fruits), die zu einer Verbesserung der Energieeffizienz beitragen, bereits umgesetzt wurden.

Doch der nächste logische Schritt in Richtung Materialeffizienz bis hin zur Ressourceneffizienz wird derzeit selten gegangen. Dabei können energetische Optimierungen auch durch eine Steigerung der Materialeffizienz bewirkt werden – und die Erfahrung zeigt, dass die Potentiale in Unternehmen in puncto Materialeffizienz oftmals enorm sind. Dies verdeutlichen unter anderem unsere Fallbeispiele zur Materialeffizienz.

Für Unternehmen, die bereits ein Energiemanagement gemäß DIN EN ISO 50001 eingeführt haben, kann die Norm ein sinnvolles Hilfsmittel beim Übergang von der Energie- zur Materialeffizienz darstellen. Die Systematik, die in der ISO 50001 vorgegeben wird, kann nicht nur auf die Energie angewendet werden. Das Prinzip und das Vorgehen, welches durch die Norm in Bezug auf Energie festgelegt wird, lassen sich ebenfalls auf Material adaptieren. Dies wird des Weiteren durch die neuen Normen der 50000er-Reihe[1] begünstigt, da in diesen Strukturen vorgegeben werden, die für das systematische Aufdecken von Materialeffizienzpotentialen unerlässlich sind. Hier ist beispielsweise die Bildung von Messräumen hervorzuheben, da diese erst mit der Berücksichtigung um Material beim Prozessinput sowie -output eine vollständige Datenauswertung ermöglichen.

Um diese Potentiale ersichtlich zu machen, sollten die Materialströme des Unternehmens analysiert und anschließend in die energetischen Berechnungen mit einbezogen werden. Bei dieser Art der Stoffstromanalyse empfiehlt sich vor allem bei komplexeren Produktionsprozesse der Einsatz einer Software, wie beispielsweise „Umberto“ (ifu Hamburg). Die Zuordnung von einzelnen Energie- und Materialströmen zu jedem Prozessschritt ermöglichen eine übersichtliche und visuelle Darstellung der im Unternehmen ablaufenden Prozesse. Daraus lassen sich große Verbraucher leichter erkennen und mögliche Potentiale im Bereich der Material- und Ressourceneffizienz aufdecken.

All diese Schritte sorgen wiederum dafür, dass gleichzeitig die Nachhaltigkeit im Unternehmen gesteigert wird. Wenn daraus ein Nachhaltigkeitskonzept erstellt werden soll, muss jedoch eine Vernetzung der Datenstrukturen im Unternehmen erfolgen. Transparenz ist daher das Gebot der Stunde und gleichzeitig Ursprung und Grundlage der Idee von Industrie 4.0. Somit kann mit dem Übergang von der Energie- über die Material- bis hin zur Ressourceneffizienz der Grundstein für Zukunftsthemen, die derzeit immer mehr in den Fokus der Unternehmen rücken, gelegt werden.

Wollen Sie mit Ihrem Unternehmen den nächsten Schritt gehen? Dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf! Gerne führen wir in Ihrem Unternehmen eine tiefgehende Materialeffizienzuntersuchung durch und unterstützen Sie auf dem weiterführenden Weg hin zur Ressourceneffizienz.

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[1]

– ISO 50003: „Energiemanagementsysteme – Anforderungen an Stellen, die Energiemanagementsysteme auditieren und zertifizieren“

– ISO 50006: „Energiemanagementsysteme – Messung der energiebezogenen Leistung unter           Nutzung von energetischen Ausgangsbasen (EnB) und Energieleistungskennzahlen (EnPI) –  Allgemeine Grundsätze und Leitlinien“

– ISO 50015: „Energiemanagementsysteme – Messung und Verifizierung der energiebezogenen           Leistung von Organisationen – Allgemeine Grundsätze und Anleitung“

 

 

 

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