In Industriebetrieben jeglicher Größe wird Druckluft für vielerlei Aufgaben eingesetzt. Vorteile sind die recht ungefährliche Nutzung der Druckluft (im Vergleich zu einer elektrischen Anwendung) und die Sauberkeit des Systems. Druckluft ist jedoch auch eine der teuersten Energieformen, bei der ca. 5 bis 10 % der eingesetzten Energie als Druckluftenergie genutzt werden können. Die restlichen 90 bis 95 % werden in Wärme umgesetzt oder entweichen in Form von Leckagen.

Da ist es nicht verwunderlich, dass in der Drucklufttechnik hohe Einsparpotentiale schlummern, die durch eine ganzheitliche Betrachtung und Optimierung des gesamten Systems (von der Erzeugung über die Aufbereitung und Trocknung zur Verteilung bis hin zur Anwendung) erreicht werden können.

Nicht umsonst wurde durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit Beteiligung einiger Industriepartner die Kampagne „Druckluft effizient“ initiiert. In den Jahren 2000 bis 2004 wurden umfängliche Informationen und Unterstützung in allen Fragen rund um die effiziente Drucklufterzeugung geliefert. Diese erarbeiteten Informationen und Hilfsmittel stehen nach wie vor über die Website der Kampagne kostenlos zur Verfügung.

Als ein weiterer Schritt wurde im Jahr 2013 die ISO 11011 veröffentlicht (deutsche Fassung aus 2015). Unter dem Titel „Druckluft – Energieeffizienz – Bewertung“ wurde ein umfassender Leitfaden mit einheitlichen Standards geschaffen.

Die sehr detailliert aufgebaute Norm beschreibt den (idealen) Ablauf einer systematischen Analyse von Druckluftsystemen. Sie gibt umfassende Hilfestellungen, u. a. zu erforderlichen Messungen und Aufzeichnungen.

Der PDCA-Zyklus lässt sich auch in dieser Norm deutlich erkennen, so dass ein direkter Bezug zu weiteren Normen bzw. Managementsystemen, wie beispielsweise Energiemanagementsysteme nach ISO 50001 (EnMS), nicht zu weit gegriffen ist. Die Durchführung eines Druckluft-Audits stellt eine hervorragende Ergänzung eines EnMS dar, v. a. wenn es sich bei der Druckluft um einen wesentlichen Energieeinsatzbereich handelt. Hierbei werden gleich mehrere und künftig an Bedeutung gewinnende Aspekte berücksichtigt, wie z. B. die Messung und Verifizierung von Einsparpotentialen (vgl. ISO 50015) oder die Quantifizierung von Einflussgrößen (vgl. ISO 50006).

Im Vergleich zu Managementnormen weist die ISO 11011 jedoch konkrete und verständliche Pflichtanforderungen auf, sei es zum erforderliche Equipment, der benötigten, umfassenden Qualifikationen der Beteiligten oder der verpflichtenden Dokumentation von Energiebewertungsergebnissen.

Druckluft

Quelle: DIN EN ISO 10011:2015-08

Anmerkung: Die Zahlen geben den Abschnitt der Norm wieder

Das obige Bild zeigt den Prozess zur Durchführung einer Energiebewertung eines Druckluftsystems, ausgehend von den Beteiligten/ dem Bewertungsteam.

Besonders erwähnenswert sind die Anhänge der ISO 11011, in der sich u. a. Anforderungslisten, Erhebungsbögen und Berechnungsgrundlagen finden.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass in der ISO 11011 detaillierte Angaben zur Durchführung einer Energiebewertung von Druckluftsystemen und die Berichterstattung der Ergebnisse dieser Bewertung vorzufinden sind. Im Fokus steht die Optimierung des Gesamtsystems und nicht die Betrachtung isolierter Bereiche wie die Leckagebeseitigung.

ECA Concept bietet individuelle Inhouse-Schulungen sowie gezieltes Coaching zum Themenkomplex Druckluft an. Im Rahmen des Partnernetzwerkes bietet ECA ebenfalls Druckluft-Audits nach ISO 11011 an.

 

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