Die Vorteile eines Energiemanagementsystems nach der ISO 50001 sind vielschichtig und bei weitem nicht auf den Bereich Energie beschränkt. Wer immer noch der Ansicht ist, dass es das oberste Ziel der Norm ist, weniger Energie zu verbrauchen, der hat die Tragweite eines Energiemanagementsystems nicht begriffen.

Anfängliche Triebkraft zur Einführung eines Energiemanagementsystems ist in vielen Unternehmen die Tatsache, dass nur so Energiesteuerrückerstattungen beansprucht werden können. So ist in Deutschland eine Zertifizierung nach DIN EN ISO 50001 Voraussetzung für die teilweise Befreiung besonders energieintensiver Unternehmen von der EEG-Umlage und auch für die Entlastung von Unternehmen der produzierenden Gewerbe von der Strom- und Energiesteuer.

Rechtliche Rahmenbedingungen wie diese werden in Zukunft wohl noch mehr an Komplexität zunehmen. Ein Energiemanagementsystem stellt durch die regelmäßige Aktualisierung des Rechtskatasters sicher, dass relevante gesetzliche Anforderungen im Auge behalten werden und so keine Wettbewerbsnachteile entstehen.

Auch auf personelle Ressourcen hat ein Energiemanagementsystem Einfluss. Die ISO 50001 fordert explizit die Erstellung von Verfahrensanweisungen, die durch die nachvollziehbare Dokumentation von Prozessen und Abläufen langfristig personelle Ressourcen beispielsweise in Einarbeitung oder sicherheitsrelevanten Aspekten schont.

Das eigentliche Herzstück eines Energiemanagementsystems ist aber selbstverständlich eine kritische Auseinandersetzung des Unternehmens mit seinem Energieverbrauch. Dabei fordert die Norm an keiner Stelle eine konstante Verringerung des Gesamtenergieverbrauchs, vielmehr ist ein effizienterer Umgang mit der Ressource Energie das Ziel. Dieser äußert sich nicht in einem geringeren Energieverbrauch, sondern in verbesserten, beispielsweise produktionsbezogenen Energieleistungskennzahlen. Die erst kürzlich veröffentlichten ISO-Normen 50006 und 50016 geben detailliert Anleitung zu deren sinnvoller Bildung und Auswertung.

Langfristig gelingt eine kontinuierliche Verbesserung aber nur, wenn auch Ressourcen wie Roh-, Betriebs- und Hilfsstoffe in die Optimierung einbezogen werden. Durch die wechselseitigen Einflüsse von Energie und Material gelingt so am Ende eine ganzheitliche Ressourcenoptimierung.

Die dazu nötige quantitative Analyse von Energie- und Materialströmen muss auf einem sinnvollen Messstellenkonzept, wie es die Norm ebenfalls vorschreibt, basieren. Wird eine intelligente Erfassung und Verknüpfung von Daten mit moderner IT-Technologie verbunden, befindet sich das Unternehmen bereits auf einem guten Weg zur sogenannten gläsernen Fabrik, in der sämtliche Material- und Energieströme transparent dargestellt werden. Die gläserne Fabrik wiederum ist ein erster Schritt in Richtung der Umsetzung von Industrie 4.0, wo durch Transparenz in Echtzeit unmittelbar Erfolge abgebildet werden und so langfristig Wettbewerbsvorteile geschaffen werden.

Die Ergebnisse einer fundierten Energie- und Materialstromanalyse sind weiterhin Basis für eine gute Nachhaltigkeitsberichterstattung, die für die ersten Unternehmen bereits ab 2017 verpflichtend wird. Auch diese Regelungen werden mit der Zeit voraussichtlich deutlich erweitert und ausgedehnt werden, so dass die Schaffung einer entsprechenden Grundlage hierfür bereits jetzt vielen Unternehmen empfohlen werden kann. Auch hier schafft ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 ausgezeichnete Voraussetzungen. Wir begleiten bereits zahlreiche Unternehmen bei der Vertiefung der Anforderungen und Anwendungen der ISO 50001 und können bislang verblüffende Erfolge in der Prozessoptimierung berichten. Durch die systematische Analyse der Wertstromkette konnten bereits Millionenbeträge in der Produktion eingespart werden.

ISO 50001

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